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Fr, 04. Oktober 2024

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Die Verwandlung. Das Urteil

Die Verwandlung. Das Urteil

 von Franz Kafka

ISBN: 9783458730859
Systematik: R 11
Verlag: Insel Verlag
Erscheinungsjahr: 2012
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R 11
Kafka, Franz:
Die Verwandlung. Das Urteil [Elektronische Ressource] / Franz Kafka. - 1. Auflage, neue Ausgabe. - Berlin : Insel Verlag, 2012, Online Ressource (1131 KB, 114 S.)

ISBN 9783458730859 (electronic)

EBOOK ; ONLINEBIBLIOTHEK

Jetzt in einem Band: die beiden berühmtesten Erzählungen Franz Kafkas in zuverlässiger Textedition. Ohne Franz Kafka (1883-1924) wäre die Literatur des 20. Jahrhunderts eine andere. Doch nirgends erfüllt er den eigenen Anspruch, ein Buch müsse "die Axt sein für das gefrorene Meer in uns", radikaler als in seinen Erzählungen. Es sind Geschichten von phantastischer Präzision, klar und rätselhaft wie Wachträume, die man nie mehr vergißt. 1883. Franz Kafka wird am 3. Juli als erstes Kind von Julie Kafka, (geb. Löwy, 1856-1934) und Hermann Kafka (1852-1931) in Prag geboren. Hermann Kafka war der tschechich erzogene Sohn eines jüdischen Fleischers und betrieb einen Laden für modische Accessoires ("Galanteriewaren"); Julie Kafka war die deutsch erzogene Tochter eines jüdischen Brauereibesitzers. Die beiden Brüder Georg (1885-87) und Heinrich (1887-88) sterben früh. Von den drei Schwestern Gabriele (Elli, verh. Hermann, 1889-1942?), Valerie (Valli, verh. Pollak, 1890-1942?) und Ottilie (Ottla, verh. David, 1892-1943), die alle in Auschwitz ermordet wurden, wird die Jüngste zu seiner besonderen Vertrauensperson innerhalb der Familie. 1889-1893 Besuch der "Deutschen Volks- und Bürgerschule", einer deutschen Knabenschule, am Prager Fleischmarkt. 1893-1901 Besuch des "Altstädter Deutschen Gymnasiums" im Kinsky-Palais; Abitur. Im August 1901 verläßt Kafka zum ersten Mal Böhmen und reist mit seinem Lieblingsonkel Siegfried Löwy nach Norderney und Helgoland. 1901-1906 Jurastudium an der Deutschen Universität in Prag; Promotion zum Dr. iuris. Zwischenzeitlich studiert Kafka ein Semester Germanistik und besucht kunsthistorische Vorlesungen. 1902-1904 Briefwechsel mit dem Schulfeund Oskar Pollak (1883-1915); darin die älteste erhaltene Erzählung, die vertrackte Geschichte vom schamhaften Langen und dem Unredlichen in seinem Herzen(Dezember 1902) und die Ankündigung, "ein Bündel" vorzubereiten, in dem "nichts fehlen" wird als die "Kindersachen": "Du siehst, das Unglück sitzt mir von früh an auf dem Buckel" (6. 9. 1903). 1902. Erste Begegnung mit Max Brod (1884-1968), der zu seinem engsten Freund und Vertrauten werden wird. 1904-1905. Die früheste erhaltene umfangreichere Prosaarbeit, die erste Fassung der Novelle Beschreibung eines Kampfes,entsteht. 1907. Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande (Romanfragment). Eintritt in die Versicherungsgesellschaft "Assicurazioni Generali" (Oktober 1907 bis Juli 1908). 1908. In der Zweimonatsschrift "Hyperion" erscheinen als erste Veröffentlichung Kafkas acht Prosastücke unter dem Titel "Betrachtung". Ende Juli: Eintritt in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag", wo Kafka bis zu seiner Frühpensionierung am 1. Juli 1922 angestellt bleibt. 1909. Das Gespräch mit dem Beter und das Gespräch mit dem Betrunkenen aus der Beschreibung eines Kampfes erscheinen im Hyperion. Ferienaufenthalt mit Max und Otto Brod in Riva am Gardasee; gemeinsamer Besuch der Flugwoche in Brescia. Die Aeroplane in Brescia,eine auf Anregung Brods entstandene Reportage, wird in der deutschprachigen Prager Tageszeitung "Bohemia" abgedruckt. - Beginn der überlieferten Tagebuchaufzeichnungen. 1910. Brod rettet das Manuskript der Beschreibung vor der Vernichtung durch den Autor. Im Tagebuch entsteht "Unglücklichsein", die Schlußerzählung von "Betrachtung". - Reisen nach Paris und Berlin. 1911. Freundschaft mit dem ostjüdischen Schauspieler Jizchak Löwy (1887-1942, Treblinka), dessen Truppe bis 1912 in Prag gastiert. Die Beschäftigung mit der jiddischen Theatertradition regt ihn Ende des Jahres zu seinen im Tagebuch festgehaltenen Gedanken über "kleine Litteraturen" an. Eine nicht überlieferte "erste Fassung" des Amerikaromans entsteht. 1912. Im Februar veranstaltet Kafka einen Vortragsabend mit Löwy und hält einen Einleitungsvortrag über Jargon (mit "Jargon" ist die jiddische Sprache gemeint), der, zusammen mit den Fragmenten über "kleine Litteraturen", eine der wichtigsten Äußerungen Kafkas über sein Verhältnis zur Sprache und zur Literatur darstellt. "Betrachtung", Kafkas erste Buchveröffentlichung, erscheint im Rowohlt (ab 1913: Kurt Wolff) Verlag. Am 13. August lernt er seine spätere Verlobte Felice Bauer (ab 1919 verh. Marasse, 1887-1960) bei Max Brod kennen; seinen ersten Brief an sie schreibt er am 20. September. In der Nacht vom 22. auf den 23. September entsteht "Das Urteil",bis zum Ende des Monats "Der Heizer", das erste Kapitel des "Verschollenen" ("Amerika"). Kafka schreibt "Die Verwandlung" und die meisten weiteren Kapitel des Amerikaromans. Bei einem "Prager Autorenabend" der Herdervereinigung am 4. Dezember trägt er öffentlich "Das Urteil" vor. 1913. März: erster Besuch bei Felice Bauer in Berlin. "Der Heizer" erscheint in der Buchreihe "Der jüngste Tag", "Das Urteil" in dem von Brod herausgegebenen literarischen Jahrbuch "Arkadia". September: Reise Wien-Triest-Venedig-Riva. Dort Affäre mit G. W. (das ist Gerti Wasner, die "Schweizerin"). Im Tagebuch (21. Oktober) erster Hinweis auf den Jäger-Gracchus-Stoff ("Im kleinen Hafen eines Fischerdorfes ..."). Zwischen Februar 1913 und Juli 1914 stagniert die literarische Arbeit. Die Beziehung zwischen Kafka und Felice Bauer entwickelt sich krisenhaft. Beginn eines intensiven Briefwechsel mit Grete Bloch (1892-1944, Auschwitz), einer Freundin Felice Bauers, die zwischen beiden vermittelt. 1914 1. Juni: Offizielles Verlöbnis mit Felice Bauer in Berlin. 12. Juli: Auflösung des Verlöbnisses im Hotel "Askanischer Hof"; Kafka spricht später vom "Gerichtshof im Hotel". Noch im Juli beginnt Kafka die Arbeit an dem Proceß-Roman; zum ersten Mal kann er außerhalb der elterlichen Wohnung in eigenen Zimmern bei seinen älteren Schwestern arbeiten. Der ausbrechende Erste Weltkrieg findet in dem Tagebucheintrag vom 2. August 1914 seinen Niederschlag: "Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. - Nachmittag Schwimmschule". - Oktober: Das "Oklahama"-Kapitel [!] des "Verschollenen" und "In der Strafkolonie" entstehen. Wiederaufnahme des Briefwechsels mit Felice Bauer. Dezember: "Vor dem Gesetz", "Der Dorfschullehrer". 1915. Das "Blumfeld"-Fragment entsteht. Kafka mietet ein eigenes Zimmer. Er trifft Felice Bauer (Mai/Juni). "Die Verwandlung" erscheint in der Monatsschrift "Die weißen Blätter" und im Dezember in "Der jüngste Tag". Carl Sternheim gibt das Preisgeld für den Fontane-Preis an Kafka weiter. 1916 Kafka bemüht sich vergeblich um eine Aufhebung seiner "Reklamation", d.h. der Befreiung vom Kriegsdienst, die er als Beamter der Versicherungsanstalt genießt. Im Juli Aufenthalt mit Felice Bauer in Marienbad, im November in München, wo er "In der Strafkolonie" vorträgt. Von November 1916 bis Mai 1917 arbeitet Kafka in einem Häuschen in der Prager Alchimistengasse, das ihm seine Schwester Ottla zur Verfügung stellt. In den sogenannten "acht Oktavheften" (in Wirklichkeit wohl neun, da mindestens eines nicht überliefert ist) entstehen dort u.a. die Texte des "Landarzt"-Bandes (außer den älteren "Vor dem Gesetz" und "Ein Traum"), der "Kübelreiter",das "Jäger-Gracchus"-Fragment, "Beim Bau der chinesischen Mauer" und der Nachbar. 1917. Kafka beginnt Hebräisch zu lernen. Im Juli zweite Verlobung mit Felice Bauer. August: Heftiger Bluthusten, als dessen Ursache im September Tuberkulose diagnostiziert wird. Den Ausbruch der Krankheit nimmt Kafka zum Anlaß, das Verlöbnis mit Felice Bauer endgültig zu lösen (offiziell im Dezember); letzter Brief an sie am 16. Oktober. In den Oktavheften entstehen u.a. zahlreiche Aphorismen und der Sirenen-Text (23. oder 24. Oktober). Ab September lebt Kafka für acht Monate auf dem Land bei Ottla in Zürau (Nordböhmen). 1918. Die letzten beiden Oktavhefte entstehen, darin u.a. der "Prometheus"-Text (Januar) und das "Tempelbau"-Fragment (Frühjahr). Kafka stellt ein Konvolut mit Aphorismen zusammen, das er 1920 um weitere acht Zettel ergänzt. Im Mai nimmt er seine Arbeit in der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt wieder auf. - Die militärische Niederlage der Mittelmächte beschleunigt den endgültigen Zerfall der Donaumonarchie. Am 28. Oktober wird die Tschechische Republik ausgerufen. 1919 Kafka verlobt sich mit der jüdischen Tschechin Julie Wohryzek (1891-1939). Der für November anberaumte Hochzeitstermin scheitert; die Verlobung wird im Juli 1920 aufgelöst. Kafka verfaßt den sogenannten Brief an den Vater,den dieser allerdings nie zu lesen bekommt. "In der Strafkolonie" erscheint im Kurt Wolff Verlag. 1920. Der Band "Ein Landarzt" erscheint im Kurt Wolff Verlag (mit Impressum 1919). Die "Er"-Aphorismen und zahlreiche Erzählungen, darunter "Zur Frage der Gesetze", "Die Truppenaushebung", "Poseidon", "Das Stadtwappen", "Die Prüfung", "Der Geier", "Kleine Fabel" und "Der Kreisel",entstehen. Liebesbeziehung und Beginn des Briefwechsels mit der tschechischen Journalistin Milena Jesenská (verh. Pollak, 1896-1944, Ravensbrück), die, als erste Übersetzerin von Kafka überhaupt, einige Dichtungen Kafkas ins Tschechische überträgt. Dezember 1920 bis August 1921 verbringt Kafka in Matliary in einem Lungensanatorium in der Hohen Tatra, wo er den jungen Mediziner Robert Klopstock (1899-1972) kennen lernt, der dort auch Patient ist. Ab Ende August noch einmal zwei Monate Büroarbeit, dann Beurlaubung bis zur Pensionierung am 1. Juli 1922. Im Spätjahr verfaßt Kafka das erste der sogenannten zwei "Testamente", in denen er von dem als Nachlaßverwalter eingesetzten Max Brod die Vernichtung seines gesamten literarischen Nachlasses verlangt. Brod wird diese Testamente 1925 im Nachwort zu seiner Edition des "Proceß"-Romans veröffentlichen und begründen, warum er Kafkas Wunsch nicht nachgekommen ist. 1922 Februar bis August: Arbeit am "Schloß"-Roman. Weiterhin entstehen u.a. "Erstes Leid", "Fürsprecher", "Ein Hungerkünstler", "Forschungen eines Hundes", "Das Ehepaar" und "Viele beklagten sich ..." Kafka schreibt das zweite der beiden "Testamente" (29. November). 1923 Kafka lernt intensiv Hebräisch. Juli/August: Urlaub mit der Schwester Elli im Ostseebad Müritz, wo er die aus Polen stammende, in ostjüdisch-chassidischer Tradition erzogende Dora Diamant (1902-1952) kennen lernt, die dort in einem jüdischen Ferienheim für Kinder arbeitet. Am 24. September übersiedelt er zu ihr nach Berlin. Es entstehen die Erzählungen "Der Bau" und "Eine kleine Frau". Dora Diamant verbrennt auf Kafkas Anweisung zahlreiche Manuskripte; der bei ihr verbliebene Teil von Kafkas Nachlaß wird später von den Nazis beschlagnahmt und muß als verloren gelten. 1924. Rückübersiedlung nach Prag. Kafka schreibt "Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse". Die Krankheit hat auf den Kehlkopf übergegriffen, so daß Kafka kaum noch essen, trinken und sprechen kann. Er kommt nach Wien, zuletzt in das "Sanatorium Dr. Hoffmann" in Kierling, wo er von Dora Diamant und Robert Klopstock gepflegt wird. Er kommuniziert schriftlich über "Gesprächsblätter". Kafka liest die Druckfahnen für seine letzte Publikation, den "Hungerkünstler"-Band, Korrektur. Er stirbt am 3. Juni und wird am 11. Juni auf dem jüdischen Friedhof in Prag-Straschnitz begraben. "Ein Hungerkünstler. Vier Geschichten" erscheint Ende August im Berliner Verlag Die Schmiede.